Freuen sich auf die Arbeit der Arche in Lauterborn: Arche-Regionalleiter Daniel Schröder, Leberecht-Beirätin Yvonne Backhaus-Arnold und Einrichtungsleiter Stefan Lotz. Foto: Frank Sommer
Leberecht unterstützt neuen Standort der Kinderhilfsorganisation Arche mit 120.000 Euro
Offenbach. Ganztagsbetreuung, Hausaufgabenhilfe, gemeinsam essen und spielen: Die bundesweit bekannte Kinderhilfsorganisation Arche wird nach den Sommerferien in Offenbach ihre Arbeit aufnehmen. „Wir werden auf zwei Feldern tätig sein“, sagt Daniel Schröder, Regionalleiter West der Arche, „einmal werden wir die Ganztagsbetreuung an der Lauterbornschule übernehmen und dann noch Jugendarbeit im benachbarten Jugendzentrum anbieten.“
Seit 2010 ist die Arche bereits in Frankfurt aktiv, inzwischen werden dort rund 2.500 Kinder und Jugendliche an vier Standorten versorgt. Von Anfang an – um im Bild zu bleiben – mit an Bord ist die Leberecht-Stiftung: Mit einem über sechsstelligen Betrag wurden die Einrichtungen in Griesheim und der Nordweststadt damals gefördert. Die gute Unterstützung wird auch am neuen Standort fortgesetzt: „Wir fördern die Arche in diesem Jahr mit 120.000 Euro“, sagt Bianca Haag, Geschäftsführerin der Leberecht-Stiftung, „die Arche hat entschieden, dass das Geld vollständig in den neuen Standort Offenbach investiert wird“.
Der Anstoß, in Offenbach eine Einrichtung zu eröffnen, sei von Haag gekommen, erinnert sich Schröder. Nach intensivem Austausch mit Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) sei man übereingekommen, in Lauterborn eine Arche zu eröffnen. „Die Arche verfolgt ein Konzept, das genau nach Offenbach passt“, sagt Schwenke. Die Suche nach einem geeigneten Standort sei ein längerer Prozess gewesen. „Wir haben dann Lauterborn ausgewählt und dort passt sie perfekt hin“, sagt der Oberbürgermeister. Die Stadt stellt die Räume mietfrei zur Verfügung, wofür Schröder der Stadt dankt. Das finanzielle Engagement der Leberecht-Stiftung sei außergewöhnlich, betont Schwenke.
„Wir werden mit der Spende das Personal und die Materialkosten finanzieren“, sagt Stefan Lotz, künftiger Leiter der Offenbacher Arche. „Derzeit suche ich noch weiteres Personal, bisher bin nur ich dabei“, sagt der Sozialpädagoge und lacht. Man wolle mit bis zu drei Vollzeitkräften im August beginnen. „Zunächst sind die Grundschulkinder unsere Zielgruppe“, sagt er. Doch wie die Ganztagsbetreuung von Jahr zu Jahr wachsen werde, würde auch das Arche-Angebot weiterwachsen: „Zunächst konzentrieren wir uns auf das Ganztagsangebot und werden Schritt für Schritt im Gebäude nebenan weitere Angebote eröffnen“, betont Lotz.
An acht Standorten bundesweit übernimmt die Arche Ganztagsangebote an Schulen. Hessen hinke in Sachen Ganztagsbetreuung anderen Bundesländern etwas hinterher, sagt Schröder.
Dabei sei es wichtig, nicht nur auf das schulische Programm zu setzen, da viele Kinder heute Defizite etwa im sozialen Bereich aufweisen würden. „Durch die Corona-Jahre merkt man, dass vielen die Zeit im Kindergarten fehlt“, sagt Lotz. Etwa, wie soziale Kontakte aufgebaut würden oder wie man sich auf eine Sache konzentriere. Viele Kinder würden heute eher die Erfahrung machen, zurückgelassen zu werden, ob von Schule oder Elternhaus. „Und manche Eltern sind selbst benachteiligt oder überfordert.“ Oft sei eine emotionale Verarmung bei Kindern feststellbar. „Das ist deren größter Nachteil“, sagt der künftige Einrichtungsleiter.
„Unsere Motivation ist eine christliche, aber wir sind für alle Kinder da“, betont Schröder. „Wir bieten einen kostenlosen, niedrigschwelligen Ort, an dem Kinder sich aufhalten, Freunde treffen und Unterstützung durch Erwachsene erfahren können.“ Im Kern sei es Beziehungsarbeit, die geleistet werde, dass Kinder Verlässlichkeit erleben und einen Raum hätten, um Fragen zu stellen. Leberecht-Stiftungs-Beirätin Yvonne Backhaus-Arnold von der Chefredaktion unserer Zeitung hat sich über das Arche-Konzept für Offenbach informiert und freut sich, dass für Eltern ein verlässliches Angebot für deren Kinder installiert werden kann.
Denn durch das Angebot am Jugendzentrum kann die Arche unabhängiger agieren: Gerade in Ferienzeiten sind Angebote an Schulen organisatorisch kompliziert, wissen die Arche-Experten. Zudem gebe es dann die Möglichkeit, dass Kinder auch Freunde mitbringen könnten, die die Lauterbornschule besuchen würden.
Der Kern ihrer Arbeit, betonen Schröder wie Lotz, sei nicht allein die Betreuung nach der Schule oder Hausaufgabenhilfe: „Wir wollen dafür sorgen, dass die Kinder Teil der Gesellschaft werden.“ „Es ist etwas Besonderes, wenn man über die Jahre Kinder und Jugendliche begleitet, die nun Abitur gemacht haben oder Medizin studieren“, sagt Schröder, das gebe Kraft für die Arbeit.
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