Seit 75 Jahren von Herzen engagiert

Als eine der ältesten Hilfsaktionen deutscher Zeitungen blickt die LEBERECHT-Stiftung auf 75 Jahre ehrenamtliches Engagement hilfsbereiter Menschen zurück. Hinter der LEBERECHT-Stiftung stehen Mitarbeiter von Frankfurter Neue Presse, Höchster Kreisblatt und Taunus Zeitung.

Mitarbeiter der Verbundmedien Gießener Allgemeine Zeitung, Offenbach-Post, Hanauer Anzeiger und Wetterauer Zeitung unterstützen punktuell.

Sie setzen sich ehrenamtlich für ihre Schützlinge ein. Ihrem Engagement im Sinne warmherziger Mitmenschlichkeit folgen heute viele tausend Helfer, die mit ihren Spenden LEBERECHT zu einem festen Teil unserer Gesellschaft gemacht haben.

Es beginnt 1949 mit dem “FNP Christkind”

Am 3. Dezember 1949 erscheint in der „Frankfurter Neuen Presse“ eine Sonderseite mit dem Titel „Was schenk’ ich meinem Kinde?“ Darin berichtet die Redaktion über die Trends, was in diesem Jahr für Kinder unter dem Weihnachtsbaum liegt. Zugleich aber ruft die Redaktion, namentlich der Lokalchef Richard Kirn mit seiner Polizeireporterin Madlen Lorei, dazu auf, für Kinder, die durch den Krieg Waisen wurden oder die in armen Verhältnissen leben, ein paar Mark zu erübrigen.

Leser können ihre kleinen Geschenke in der Redaktion abgeben. Was dann passiert, überrascht alle: Das Druckhaus muss Räume bereitstellen, um die vielen Gaben zu sortieren und zu lagern. Der Verlag gleicht zunehmend einem Versandhaus, und jede verfügbare Hand muss Tag und Nacht Päckchen packen.

So kommt es, dass das „FNPChristkind“ am 22. Dezember 1949 beinahe 400 armen Kindern eine Bescherung bereiten konnte.

 

 

LEBERECHT-Aktion gehört zu Frankfurt

Die große Resonanz bei den Frankfurter Bürgern auf die Hilfsaktion veranlasst die Redaktion, in ihren Bemühungen nicht nachzulassen. Man startet eine Weihnachts-Sammlung für jene, die fast·immer vergessen werden: die älteren Menschen.

Jene, die keine Verwandte oder Kinder mehr haben und durch die Zeiten am schlimmsten getroffen wurden. Wieder erfolgen Aufrufe an die Leser, die Herzen zu öffnen. Gebeten wird vor allem um Kleidung und Lebensmittel, aber auch um Geld. Mithilfe ihrer Leser kann die Zeitung in der Woche vor Weihnachten mehr als 60 alten Menschen eine Weihnachtsbescherung bereiten.

Von 1951 an erkundeten Lokalberichterstatter der „FNP“ bei Ämtern, Organisationen, in Schulen, Krankenhäusern und Kindergärten, wo Hilfe angebracht war.

Ende der Fünfziger-jahre war die LEBERECHT-Aktion bereits ein fester Bestandteil im Leben der Stadt Frankfurt.

 

 

LEBERECHT hilft den Contergan-Opfern

Anfang der 60er Jahre ließ der große Contergan-Skandal die Helfer keine Minute zur Ruhe kommen. Das millionenfach verkaufte Beruhigungsmedikament führte zu einer Häufung von schweren Fehlbildungen oder gar dem Fehlen von Gliedmaßen und Organen. Da die Kassen kaum bereit waren, Betroffenen zu helfen, sprang LEBERECHT ein.

Spezielle Stühle und Betten, Gehhilfen, aber auch die Ausstattung von einfachen Arbeitsplätzen rückten in den Fokus. Ende der 60er Jahre kümmerte sich LEBERECHT dann verstärkt um kranke und behinderte Kinder. Seit Dezember 1967 konzentrierte sich dann die Sammeltätigkeit der Frankfurter „Neuen Presse“ und ihrer Regionalausgaben auf gezielte, individuelle Aktionen, die auch nicht mehr direkt an die Weihnachtszeit gebunden waren.

Gezielte Einzelfallhilfe

1970 konnte LEBERECHT erstmals 74 000 Mark an Hilfen aufwenden. Und während der gesamten 70er Jahre stiegen die Sammelergebnisse. Mit insgesamt 130 000 Mark überstieg der Spendeneingang der ,,Aktion 1973“ erstmals deutlich die 100 000-DM-Marke. Zugleich aber wuchsen die Stapel der Briefe von Menschen, die um Hilfe baten. Für das Kind Sybille – das Mädchen war mit einem Loch im Herzen geboren worden –, musste ein Spezialbett her. Die Sonderanfertigung für das Frankfurter Kind kostete weit über 1000 Mark. Genau dies war Ausrichtung der Hilfsaktion: Kein Gießkannenprinzip, sondern gezielte Einzelfallhilfe, wo die Kassen und Ämter eine Unterstützung versagen.

Erstmals half die Aktion 1978 einer Familie aus dem Main-Taunus-Kreis bei der Anschaffung eines Spezial-Busses, mit dem die Eltern zwei schwerstbehinderte Kinder gefahrlos befördern konnten. Und die Spendensumme erreichte 1978 über 200 000 Mark.

 Sportler und Prominente unterstützen

1987 gründet sich die SG Hoechst Classique. Diese Fußballer stellen sich in den Dienst der guten Sache. Am 11. Dezember 1982 stand Frankfurts Prominenz erstmals in der Freßgass’, um für LEBERECHT öffentlich zu „demonstrieren“. 285 000 Mark kommen im Jahr zusammen. Prominente wie Frankfurts Volkstheater-Chefin Liesel Christ, Allroundkünstler Ferry Ahrlé, Walter Wallmann, Barbara Wussow oder Friedrich Schönfelder fanden Zeit, auf die Straße zu gehen. Und: Der Winterball der LEBERECHTStiftung setzt alljährlich im Januar ein gesellschaftliches Glanzlicht. Am 28. Oktober 1988 wird aus der LEBERECHT- Aktion eine Stiftung. Alle Mitglieder üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus. Das heißt, sie werden für die Arbeit, die sie leisten, weder bezahlt noch aufwandsentschädigt. Über die Vergabe der gesammelten Gelder entscheidet ab diesem Zeitpunkt ein Beirat.

Lokalredaktionen organisieren eigene Hilfsaktionen

LEBERECHT hat in den 90er-Jahren längst auch die zur „FNP” gehörenden Lokalzeitungen erreicht. „Höchster Kreisblatt“, „Nassauische Neue Presse“ oder „Taunus Zeitung“ organisieren eigene Aktionen, deren Einnahmen für den guten Zweck gedacht sind. 1998 etwa startet der erste Höchster-Kreisstadtlauf, angestoßen vom „Höchster Kreisblatt“ und erfolgreich bis heute.

Am 1. Adventssonntag bietet die „Nassauische Neue Presse“ stets ein großes Konzert in der Pallottinerkirche Limburg. Der Eintritt ist zwar frei – aber eine Spende gern gesehen. Bei der „TZ“ sind es viele kleine Aktionen. Zudem ist es der große Flohmarkt an der Jahrhunderthalle Höchst, der immer eine fünfstellige Summe bringt.

1999 überschreitet die Spendenhöhe erstmals die Millionengrenze. In Frankfurt etabliert sich die große Veranstaltung „Mode made in Frankfurt“ – eine Aktion, die vor allem von Jutta W. Thomasius organisatorisch und journalistisch begleitet wird. 

2020 erweitert die LEBERECHT-Stiftung ihren Wirkungskreis um das Verbreitungsgebiet der Verbundmedien der Gruppe in Gießen, Offenbach und Hanau. Seit 2023 wird das Verbreitungsgebiet der Nassauischen Neuen Presse nicht mehr von LEBRECHT abgedeckt.

Der Beirat

 

Der LEBERECHT-Beirat hält den Kontakt zu den Schützlingen der LEBERECHT-Stiftung, prüft neu eingehende Anträge und entscheidet über  die Vergabe der gesammelten Spenden. Im Beirat befinden sich zurzeit Kristin Kietz, Astrid Kopp, Bianca Haag, Jochen Koch, Dr. Jan Eric Rempel, Dr. Max Rempel, Karl-Josef Schmidt, Stefanie Liedtke, Andreas Burger, Yvonne Backhaus-Arnold sowie Matthias Kliem und Daniela Schwarzkopf (nicht im Bild).

Der Beirat der Leberecht-Stiftung im Dezember 2022: Kristin Kietz, Astrid Kopp, Bianca Haag, Jochen Koch, Dr. Jan-Eric Rempel, Dr. Max Rempel, Kajo Schmidt, Stefanie Liedtke, Andreas Burger, Yvonne Backhaus-Arnold

Schriftliche Anträge

LEBERECHT-Stiftung Gemeinnützige GmbH
Waldstraße 226
63071 Offenbach

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