Eine Nestschaukel, ein paar grüne Hüpfpilze und ein Sandkasten – der Spielplatz ist in die Jahre gekommen. Foto: Privat

Leberecht-Stiftung gibt 50.000 Euro für Umgestaltung des Spielplatzes

Der Spielplatz auf der Grünfläche zwischen den Wohngebäuden an der Fritz-Tarnow-/Mierendorffstraße in Frankfurt Dornbusch hat seine besten Zeiten hinter sich: Es gibt lediglich eine Sandkiste, Hüpfpilze, eine Schaukel und eine Nestschaukel. Die einst dort angelegten wassergebundenen Wege sind mit Gras überwuchert und kaum noch erkennbar. „Der Spielplatz ist schlichtweg in die Jahre gekommen“, brachte Ethan Balls vom Grünflächenamt es in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) auf den Punkt. Im Gepäck hatte er die Pläne für die Neugestaltung, denn aus dem trostlosen soll ein inklusiver Spielplatz werden.

Mehrere Schulen in der Nachbarschaft

Ein Projekt, das die Kinderbeauftragte am Dornbusch, Evangelia Georgalis, mit Antritt ihrer Amtszeit vor fünf Jahren angestoßen hatte und das nun auf die Zielgerade einbiegt. Dementsprechend groß ist bei ihr die Freude. „Das ist für mich eine Herzensangelegenheit“, sagte sie. Denn die Lage des Spielplatzes ist optimal, gleich mehrere Schulen befinden sich in unmittelbarer Nähe sowie eine Kita. Hinzu kommen die in den Mehrfamilienhäusern lebenden Familien mit ihrem Nachwuchs. Dass der Spielplatz mit inklusiven Elementen gestaltet werden soll, das war Georgalis von Anfang an wichtig. „Damit auch die Schülerinnen und Schüler der Viktor-Frankl-Schule ihn nutzen können“, sagt sie.

So war es 2021 ursprünglich auch „nur“ ein Rolli-Karussell, das mit Unterstützung des Vereins KIAN auf der 350 Quadratmeter großen Fläche aufgestellt werden sollte. Schrittweise wurde dann aus einer Aufwertung der Spielfläche eine komplette Umgestaltung. 280.000 Euro kostet die Maßnahme, 130.000 Euro kommen von der Stabsstelle Inklusion, 50.000 von der Leberecht-Stiftung dieser Zeitung. 10.000 Euro steuert zudem der Ortsbeirat aus seinem Budget hinzu. Zehn Wochen, so die Schätzung von Ethan Balls, soll die Umgestaltung dauern. Damit möchte das Grünflächenamt, das für die Planung ein Landschaftsarchitekturbüro mit ins Boot geholt hat, nach den Sommerferien beginnen.

Absolut durchdacht ist der neugestaltete inklusive Spielplatz, der durch einen gepflasterten Rundweg erschlossen wird. Verwendet werden zwei verschiedene Pflasterarten sowie taktile Leitelemente für sehbehinderte Kinder. Die Hauptattraktion soll ein Kletterparcours mit zwei Türmen und einer Rutsche werden. Der Sandkasten ist mit einem unterfahrbaren Spieltisch sowie einem barrierefreien Gerät geplant. Zum Schaukeln bleibt die vorhandene Nestschaukel erhalten, ergänzt wird sie durch eine sogenannte Pärchen-Schaukel. Die inklusive Wippe kann von allen Kindern genutzt werden. Mit oder ohne Rollstuhl, gemeinsam oder alleine. Geplant sind außerdem sensorische Spielemente mit visuellen, taktilen, feinmotorischen und akustischen Elementen.

Rund um die Spielgeräte wird ein barrierefreier Kunststoffbelag verbaut, zudem wird ein Sonnenschirm über dem Sandkasten an heißen Sommertagen für ausreichend Schatten sorgen. Abgerundet wird das neue Spieleerlebnis durch ausreichend Sitzplätze für die Eltern in Form von Bänken, aber auch mit Tischen.

Großen Anklang fanden die Pläne bei den Mitgliedern des Stadtteilgremiums. Einhellig stimmten sie diesen zu, sodass der Umsetzung im Spätsommer nichts mehr entgegensteht. Während Ethan Balls betonte, dass das, was nun auf der Fläche an der Mierendorffstraße geplant sei, künftig nicht mehr nötig sei. Denn neue Spielplätze, so der Fachmann vom Grünflächenamt, würden von Beginn an mit inklusiven Elementen ausgestattet. Damit künftig alle Kinder gemeinsam dort spielen können. Ohne Ausnahme. Inklusiv eben.

Judith Dietermann